Manuel Franz Christoph Vogt Geschäftsführer FORMAT Asset Management Hamburg Geldanlage Vermögensverwaltung Finanzberatung Unternehmer Familienunternehmen Finanzplanung Norddeutschland Niedersachsen

Update zu den Vermögensverwaltungsmandaten vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges.

Bezugnehmend auf unseren Sonderkommentar vom 22.02.2022 zur Marktlage und den Vermögensverwaltungsmandaten möchten wir Ihnen ein kurzes Update geben.

Der Absturz an den Weltaktienmärkten und insbesondere in Europa hat sich in den letzten zwei Wochen noch einmal beschleunigt. So stürzte beispielsweise der Deutsche Aktienindex DAX gestern im vorbörslichen Handel bis auf 12.485 Punkte, was einem zwischenzeitlichen Minus seit Jahresanfang in Höhe von fast 22 % entsprach. Gleichzeitig erreichte der Goldpreis fast ein neues Allzeithoch, der Euro fiel gegenüber dem US-Dollar deutlich im Wert und der Ölpreis der Nordseesorte Brent stieg auf rekordverdächtige 133 US-Dollar. Gleichzeitig fielen die Kurse an den Anleihenmärkten (festverzinsliche Wertpapiere)in so gut wie allen Bereichen deutlich.

Wie bereits im Sonderkommentar erwähnt, haben wir diese Marktentwicklungen erwartet und die Vermögensverwaltungsmandate entsprechend darauf vorbereitet. Dies erfolgte bereits ab dem 14.02.2022 unter anderem durch folgende Maßnahmen:

1. Absicherung der Aktienpositionen gegen fallende Kurse

2. Erhöhung der US-Dollar-Quote im Portfolio

3. Taktische Ergänzung der strategischen Goldquote (15 %) um weitere 5 %

4. Übergewichtung der amerikanischen Aktienmärkte gegenüber den europäischen

5. Reduzierung des Risikos bei den Anleihen im Portfolio

Durch die getroffenen Maßnahmen konnten die beiden Vermögensverwaltungsmandate FORMAT AM Defensive (konservatives Mandat) und  FORMAT AM Balanced (ausgewogenes Mandat) trotz fallender Aktien- und Anleihenmärkte Performancegewinne erzielen. So liegt das FORMAT AM Defensive per heute bei einem Plus von 1,8 % seit Jahresanfang und das ausgewogene Mandat FORMAT AM Balanced lediglich bei einem sehr leichten Minus von 1%.

Neben fundamentalen Wirtschafts-, Finanz- und Unternehmensdaten analysieren wir zusätzlich das sogenannte Marktsentiment, also das Anlegerverhalten am Markt. Hierbei zeigte sich in den letzten Tagen eine extreme Angst der Marktteilnehmer und ein sehr starker Anstieg von Positionen auf fallende Aktienkurse. Anleger begannen also sehr stark, ihre Aktien gegen fallende Kurse zu sichern. Eine extreme Angst von Marktteilnehmern und große Absicherungspositionen sind sehr häufig ein deutlicher Kontraindikator und die Wahrscheinlichkeit von kräftigen Anstiegen am Aktienmarkt steigt. Hintergrund ist, dass ängstliche Anleger in der Regel nicht investiert sind und im Zuge eines eventuell steigenden Marktes dann als Käufer auftreten, um nicht zu verpassen, und dadurch den Markt weiter ansteigen lassen. Sind darüber hinaus sehr viele Anleger gegen fallende Kurse abgesichert, machen diese Absicherungen im Zuge eines ansteigenden Aktienmarktes Verluste, weshalb Anleger diese Absicherungen verkaufen, was ebenfalls zu weiter steigenden Kursen führt. Vor diesem Hintergrund haben wir bereits in der letzten Woche im ausgewogenen Mandat die Absicherungspositionen aufgelöst um Anstiegschancen zu nutzen. Im defensiven Verwaltungsmandat haben wir die Absicherung gestern um 15:30 Uhr veräußert, um in einem steigenden Markt die auf diese Positionen angefallenen starken Kursgewinne nicht wieder zu verlieren.

Bereits am heutigen Tage können Sie an den Aktienmärkten einen sogenannten „Short-Squeeze“ betrachten. Dies bedeutet, dass aufgrund eines bestimmten Anlasses (hier: Fortschritte bei den Friedensverhandlungen) der Aktienmarkt zunächst moderat steigt und sich dann im Verlauf fast explosionsartig nach oben entwickelt. So weist der DAX im heutigen Handel ein Tagesplus von fast 8 % auf. Hintergrund eines so starken Anstiegs sind nicht etwa die Aussichten auf einen Erfolg der Friedensgespräche, sondern die von uns angesprochene Positionierung von Anlegern. Im Zuge des steigenden Aktienmarktes machen die Absicherungspositionen von Anlegern starke Verluste. Um diese Verluste zu begrenzen und von steigenden Aktienmärkten zu profitieren veräußern Anleger nun diese Absicherungspositionen. Dies erfolgt rein technisch durch den Kauf von Aktien, was die Kursentwicklung nach oben stark beschleunigt.

Da wir in beiden Mandaten am heutigen Tage keine Absicherungen mehr im Portfolio hatten, können unsere vorhandenen Aktien von der starken Aufwärtsbewegung profitieren. Aufgrund der Verzögerung von Preisfeststellungen bei Investmentfonds werden Sie diese Effekte aber erst in den nächsten ein bis drei Tagen im Portfolio sehen.

Wir gehen davon aus, dass wir unsere Absicherungspositionen eventuell bereits sehr schnell wieder einbuchen, sobald sich das Marktsentiment entspannt hat.

Sie können sich sicher sein, dass wir weiterhin sehr vorsichtig agieren und den Erhalt ihres Vermögens stets als oberste Zielsetzung betrachten.