Schwarzer Schwan FORMAT Asset Management Vermögensverwaltung Hamburg Aktienanlage Anlagestrategie

Sonderkommentar zur Marktlage und den Vermögensverwaltungsmandaten vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise.

Aus Anlass der nunmehr offenkundigen Invasion der Ostukraine möchten wir zum aktuellen Marktgeschehen und den Auswirkungen auf unsere Vermögensverwaltungsmandate Stellung nehmen.

 

Im Zuge der sich seit einigen Wochen und beschleunigt seit einigen Tagen zuspitzenden Situation rund um die Ukraine kommt es seit einigen Tagen und insbesondere nachbörslich in der vergangenen Nacht zu teilweise erheblichen Marktverwerfungen. So ist beispielsweise allein der deutsche Aktienindex DAX am gestrigen Montag von morgens 15.237 Punkten um fast 1000 Punkte auf 14.298 Punkte nachbörslich um 22:00 Uhr gefallen. Das entspricht von der Spitze zum Tief einem Minus von 6,16 %.

Wir hielten eine Verschärfung der Situation und eine Invasion der Ukraine bereits seit zwei Wochen für sehr wahrscheinlich. Für uns war klar, dass im Falle eines Einmarsches unter anderem folgende Marktreaktionen eintreten:

 

1. ein starker Rückgang der Aktienmärkte insbesondere in Russland und Europa

2. ein gegenüber dem Euro ansteigender Dollar

3. ein Anziehen der „Krisenwährung“ Gold

4. ein deutlicher Anstieg der Öl- und Gaspreise

Aus diesem Grund haben wir bereits am Montag den 14.2.2022 damit begonnen unsere Vermögensverwaltungsmandate so zu positionieren, dass sie von den aufgeführten Punkten 1-3 profitieren. Wir haben unter anderem folgende Maßnahmen umgesetzt:

 

1. Absicherung der Aktienpositionen gegen fallende Kurse

Die Absicherung erfolgte über die Einbuchung eines zweifach gehebelten Short-DAX ETF in Höhe von 10 % (FORMAT AM Defensive) bzw. 15 % (FORMAT AM Balanced). Diese Position bildet den DAX zweifach spiegelverkehrt ab. Fällt also der DAX um 10 %, steigt diese Position um 20 % und umgekehrt. Die Absicherung erfolgte auf den DAX und nicht etwa auf einen anderen europäischen oder amerikanischen Aktienindex, da im Zuge von Wirtschaftssanktionen die europäischen Märkte und hier vor allem das exportorientierte Deutschland erheblich stärker getroffen werden dürften, als zum Beispiel die USA. Durch die Absicherungsmaßnahmen liegt die Nettoaktienquote (bestehende Aktienpositionen abzüglich Absicherung) im FORMAT AM Defensive bei fast 0 % und im FORMAT AM Balanced bei lediglich knapp 20 %. Darüber hinaus haben wir bei den bestehenden Aktienpositionen sehr defensive Titel gewählt, die gut gegen Zinsanstiege gewappnet sind und den Anteil hoch bewerteter Aktien mit entsprechend hohem Rückschlagpotenzial auf ein Minimum reduziert.

 

2. Erhöhung der US-Dollar-Quote im Portfolio

Die Erhöhung der US-Dollar-Quote erfolgte über einen Wechsel der Anteilsklasse des Hansagold von der währungsgesicherten Variante auf die nicht währungsgesicherte Variante. Ca. 80 % der Positionen des Fonds lauten auf US-Dollar. Im Falle eines Anstiegs des Dollars steigt folglich der Fonds auch ohne eine Veränderung des Goldpreises.

 

3. Taktische Ergänzung der strategischen Goldquote (15 %) um weitere 5 %

Die Erhöhung der Goldquote erfolgte über eine Aufstockung des Anteils am Hansagold von 15 auf 20 %-Punkte.

 

4. Übergewichtung der amerikanischen Aktienmärkte gegenüber den europäischen

Die bestehenden Aktienpositionen im Portfolio finden sich überwiegend im europäischen und amerikanischen Aktienmarkt. Da die Absicherung gegen fallende Kurse lediglich auf den deutschen Aktienindex DAX lautet, ist bei Betrachtung der Nettoaktienquote der amerikanische Aktienmarkt folglich deutlich gegenüber dem europäischen Aktienmarkt übergewichtet.

 

5. Reduzierung des Risikos bei den Anleihen im Portfolio

Um für eine Stresssituation am Markt gewappnet zu sein, haben wir risikobehaftetere Anleihen wie Nachranganleihen (Aramea Rendite Plus) und zinssensitive Hochzinsanleihen (Carmignac Pf Credit) reduziert bzw. ausgebucht und stattdessen von Zinsänderungen weitgehend unbeeinflusste Anleihenfonds wie den Sissener Corporate Bond RF EUR gekauft und den Anteil an Strategien, die von steigenden wie auch fallenden Anleihenmärkten profitieren können (Sauren Absolute Return) erhöht.

 

Fazit:

 

Beim Blick auf den Markt können Sie feststellen, dass die von uns erwarteten Marktentwicklungen wie prognostiziert eingetreten sind. Die Aktienmärkte sind insbesondere in den letzten Tagen erheblich gefallen, Gold erlebt seit geraumer Zeit einen dynamischen Anstieg, der Dollar gewinnt gegenüber dem Euro und die Öl und Gaspreise steigen. Je nachdem, wie umfangreich die angekündigten Sanktionen des Westens sein werden und je nachdem, ob sich der russische Einmarsch auf die Ostukraine beschränkt oder aber die gesamte Ukraine betrifft, können sich die prognostizierten Marktentwicklungen noch deutlich fortsetzen. Die bestehenden Vermögensverwaltungsmandate sind gegen diese krisenbedingten Verwerfungen sehr gut gewappnet. So konnten die Mandate trotz stark fallender Aktienmärkte in den letzten 14 Tagen mehr als 1% (FORMAT AM Defensive) bzw. mehr als 2 % (FORMAT AM Balanced) zulegen.

Wir bleiben wachsam und fokussieren den Erhalt Ihres Vermögens weiterhin als oberste Prämisse.

 

Bei Fragen, kommen Sie gern jederzeit auf uns zu.