Aktienanalyse Ein Lieferwagen von DHL im Einsatz. Die Deutsche Post verdient in der Corona Krise so viel nie zuvor.

Aktienanalyse am Beispiel der Deutschen Post AG

Wie fundamentale Aktienanalyse funktioniert und Überrenditen liefert

Oft sind es Nachrichten, auf die viele Menschen lange gewartet haben, die für große Bewegung an den Märkten sorgen. Am Montag, 09.11.2020 war so ein Tag.  

Das deutsche Unternehmen BioNTech und der US Konzern Pfizer gaben bekannt, einen wirksamen Impfstoff gegen das Corona Virus entwickelt zu haben. Die Reaktion an den internationalen Aktienmärkten war heftig. Innerhalb von weniger als 30 Minuten stiegen die führenden Indizes um mehrere Prozentpunkte an. Getragen wurde dieser Aufschwung von der breiten Masse aller Unternehmen, die unter der Corona Krise besonders zu leiden haben. Auf der Verliererseite fanden sich im Tagesverlauf vor allem diejenigen Unternehmen, die als klare Krisengewinner galten: Online Handel, Internet, Gaming, Videokonferenzen und natürlich auch Logistik. Daher konnte die Aktie der Deutschen Post AG wohl auch ihr Allzeithoch im Aktienkurs nicht verteidigen. Zudem war für gestern, den 10.11.2020 die Veröffentlichung des Ergebnisses nach 9 Monaten auf der Agenda. Vor so einem Datum werden gern einmal Gewinne mitgenommen. Insbesondere nach so einer rasanten Kursentwicklung in den letzten 6 Monaten, innerhalb derer Anleger ihren Einsatz verdoppeln konnten. 

Schon mit den Halbjahreszahlen hob der Vorstand der Deutschen Post seinen Geschäftsausblick für das laufende Jahr deutlich an. Mit den gestern veröffentlichten Zahlen konnten sich daher viele Investoren nicht anfreunden. Was war geschehen? Nach der Veröffentlichung der Zahlen stürzte der Aktienkurs förmlich ab. Im Tagesverlauf betrug das Minus bis zu 6,5%. Hierzu ein paar ausgewählte Eckwerte: 

Umsatz im 3. Quartal 2019: 15.552 Mio EUR. Dieser steigt im Jahresvergleich um +4,4% auf 16.244 Mio EUR im Jahr 2020.

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) im 3. Quartal 2019: 942 Mio EUR. Im 3. Quartal 2020 steigt es um 46,2% auf 1.377 Mio EUR. 

Betrachten wir die ersten 9 Monate des laufenden Jahres, so steigt der Umsatz um 2,8% auf 47,69 Mrd EUR und das Konzern-EBIT um 0,4% auf 2,881 Mrd EUR. Der Konzerngewinn geht sogar um 5% zurück auf 1,677 Mrd EUR. Auf den ersten Blick sind das in diesem Umfeld sicherlich enttäuschende Zahlen. Bleibt die Frage, wie diese Zahlen entstanden sind. Der schlaue Anleger sollte zu deren Beantwortung immer auf die Originalquelle zugreifen. 

Streetscooter von DHL FORMAT Asset Management in Hamburg Vermögensverwaltung und Geldanlage Fahren ist einfacher als Herstellen und Vertreiben. Der Streetscooter hat der Deutschen Post kein Glück gebracht.

Aus dem Englischen gibt es diese alte Weisheit der Finanzanalyse: „Profits are someones´opinion, cash is a fact.“ Sinnhafte Übersetzung: Geldfluss in ein Unternehmen kann man nicht manipulieren, den anschließend gezeigten Gewinn dagegen erheblich.  

Die Antwort auf diese Frage der mageren Gewinnentwicklung wird im umfangreichen Bericht des Konzerns selbstverständlich geliefert: In den wichtigsten Sparten mussten einmalige Gehaltszahlungen geleistet werden. Zudem gab es einmalige Sonderabschreibungen auf den sog. Streetscooter in Höhe von rund 350 Mio EUR. Zusammen wird das operative Ergebnis also im laufenden Jahr einmalig um über 600 Mio EUR belastet. Ohne diese Einmaleffekte steigt das operative Ergebnis im Jahr 2020 um rund 20% an! 

Ein Blick auf die Entwicklung der Geldströme sorgt bei den Aktionären ebenfalls für gute Laune. Mit knapp 2,4 Mrd EUR Zufluss aus dem operativen Geschäft wurde dieser Wert um 516 Mio EUR gesteigert. Der Blick auf diese Zahlen sollte der Grund sein, weshalb das Gros der Analysten mit weiter steigenden Kursen für die Aktie der Deutschen Post AG rechnet. Die Kernfrage heute für die Gewinnprognose des kommenden Jahres ist: Wird die Deutsche Post in der Lage sein, ihre operativen Ergebnisse weiter zu steigern? Einige Fakten sprechen dafür.       

Am 9. November markierte der Aktienkurs der Post mit 43,60 EUR sein 52-Wochen Hoch. Im Nachgang der Zahlen brach der Kurs gestern auf rund 38 EUR ein. Eine gute Kaufgelegenheit für sog. „event driven“ Investoren. 

Die Analyse von Einzeltiteln haben wir über unsere Vermögensverwaltungsstrategien an die von uns eingesetzten Fondsgesellschaften und deren Fondsmanager delegiert. Wir berichten heute über diesen Fall, weil er so exemplarisch ist für die Chancen, die durch aktives, fundamental ausgerichtetes Vermögensmanagement geschaffen werden. Wer in ganz viele solcher spannenden Wachstumsunternehmen investieren möchte, wählt hierzu am besten die FORMAT AM Balanced, eine unserer beiden Vermögensverwaltungsstragien